Birne (Pyrus communis)

30. August 2016
Die Birne, jeder kennt sie und fast jeder liebt sie! Die Geschichte der Birne ist schon seit langer Zeit mit der des Menschen verknüpft. Ein Grund mehr, sich über diese leckere Frucht mal ein bisschen genauer zu informieren. Und wer weiß, vielleicht wird ja auch in Ihrem Garten danach ein Birnenbaum angepflanzt?

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Anbau – Wie geht das?

Wenn Sie in Ihrem Garten nur wenig Platz zur Verfügung haben, sollte das noch lange kein Grund sein, auf den Anbau eines Birnenbaumes zu verzichten. Wählen Sie stattdessen schwach wachsende Sorten und niedrige Baumformen, wie zum Beispiel den Buschbaum aus. Ein durchschnittlicher Birnenbaum benötigt eine Fläche von ungefähr 12 Quadratmetern und wird je nach Sorte 2 bis 8 Metern hoch. Alternativ dazu bietet sich die Züchtung als Wandspalier an. Dort reifen die Früchte ohnehin am besten aus.
Ideale Jahreszeit ist entweder der Herbst oder aber das Frühjahr. Lockern Sie den Boden vor dem Pflanzen tiefgründig auf. Birnenbäume sind nicht selbstbefruchtend. Es ist also am günstigsten, wenn Sie eine andere Sorte als sogenannten Pollenspender mitpflanzen, damit die Blüten ausreichend befruchtet werden. Dafür bieten sich Sorten wie Frühe aus Trevoux, Köstliche aus Charneu oder Madame Verte an.

Standort – Wo am besten?

Achten Sie bei der Standortwahl für Ihren Birnenbaum darauf, dass er sonnig und etwas geschützt liegt. Der Boden sollte am besten tiefgründig, nährstoffreich und lehmig sein. Humusdüngung verhilft außerdem zu besseren Wachstum und reicherer Ernte.

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Pflege – Was ist zu tun?

Bei Birnen ist es wichtig, auf den fachgerechten Schnitt zu achten. Führen Sie also regelmäßig Schnitt- und Auslichtungsmaßnahmen durch. Bei Hitze brauchen die Pflanzen außerdem eine Menge Waser. Ihre Birnen werden sich freuen wenn Sie die Baumscheibe zusätzlich mulchen und es Ihnen mit einer reicheren Ernte danken.

Ernte – Was ist zu beachten?

Die Reifezeit von Birnen erstreckt sich, abhängig von Standort und Sorte, zwischen August und Oktober – teilweise auch hinein bis in den November. Die Früchte pflücken Sie am besten mit Stiel, sie sollten sich bei leichter Drehung vom Stamm lösen. Dort wo Sie mit der Hand nicht rankommen, kann Ihnen ein Apfelpflücker beim Abernten der Birnen behilflich sein.
Die Früchte eignen sich hervorragend für den Frischverzehr. Man kann sie aber auch wunderbar zu Kompott, Früchtedesserts, Saft, Kuchen, Dörrobst, Likör oder Wein weiterverarbeiten.

Botanik – Was ist das eigentlich für eine Pflanze?

Birnenbäume oder auch Birnensträucher sind sommergrüne Gewächse, die zur Familie der Rosengewächse gehören. Je nach Unterlage, Sorte und Schnitt kommt es zu vielfältigen Wuchsformen und -höhen. Durchschnittlich erreichen Birnenbäume ein Alter von ungefähr 70 Jahren.
Birnen blühen im April, fünf leuchtend-weiße Kronblätter machen die zwittrige Birnenblüte zu einem wahren Hingucker. Da sie selbstunfruchtbar ist, benötigt sie einen geeigneten Pollenspender in näherer Umgebung. Im Fruchtfleisch der Früchte verstecken sich verholzende Zellen, die sogenannten Steinzellen.

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Kulturgeschichte – Wie kam die Birne zu uns?

Zusammen mit dem Apfel gehört die Birne zu einer der ältesten Kulturpflanzen des Menschen und es lässt sich eine lange gemeinsame Geschichte zurückverfolgen. Beide Obstsorten wurden bereits vor 7000 Jahren in China angebaut sowie veredelt. In der griechischen Mythologie heißt es sogar, dass Birnen ein „Geschenk Gottes“ sind. So entstanden durch gezielte Züchtung sowie Zufallsproduktionen eine Vielzahl an Birnensorten: 40 Sorten der antiken Römer, 300 Sorten im Frankreich des 17. Jahrhunderts und rund 1000 Sorten im 19. Jahrhundert. Heutzutage wurde diese Anzahl sogar nochmals getoppt, und es sind inzwischen weltweit schätzungsweise 5000 Birnensorten bekannt.

Sorten – Welche sind empfehlenswert?

Bei Birnen unterscheidet man, abhängig von der Reifezeit, zwischen Sommer-, Frühherbst-, Herbst- und Wintersorten.

Zu den beliebtesten Sommersorten zählen:

  • Williams Christbirne:
    Reif ab Mitte August/Anfang September, genussreif bis Ende Oktober
  • Frühe aus Trevoux:
    pflück- und genussreif ab August, nur zwei bis drei Wochen haltbar
  • Stuttgarter Geißhirte:
    pflückreif Ende August, genussreif bis September

 

Zu den beliebtesten Frühherbstsorten gehören:

  • Gellerts Butterbirne:
    pflückreif ab Anfang September, genussreif bis Oktober
  • Gute Luise:
    pflückreif ab Anfang/Mitte September, genussreif ab Ende September, haltbar bis Januar

 

Zu den beliebtesten Herbstsorten zählen:

  • Conference:
    pflück- und genussreif ab September, lagerfähig bis Oktober wenn hart gepflückt
  • Condo:
    pflückreif ab September, genussreif Oktober bis Dezember
  • Charles Ernest:
    pflückreif September/Oktober, haltbar bis November
  • Köstliche aus Charneu:
    pflück- und genussreif ab Mitte Oktober, haltbar bis Anfang November
  • Alexander Lucas:
    pflückreif ab September/Oktober, zum Lagern (bei circa 0,5°C) grün ernten, haltbar bis Januar
  • Jules d’Airolles:
    pflückreif ab Oktober, etwas lagerfähig, haltbar bis Dezember

 

Zu den beliebtesten Wintersorten gehören:

  • Pastorenbirne:
    pflückreif ab Oktober, genussreif Dezember/Januar, warme Standorte bevorzugt
  • Gräfin von Paris:
    pflück-/genussreif im November, haltbar bis Januar
  • Nordhäuser Forellenbirne:
    pflückreif ab Oktober, genussreif ab Ende November, haltbar bis Januar
  • Madame Verte:
    pflückreif ab Oktober, genussreif ab Dezember, haltbar bis Februar

 

TEXT: Carina Naeve

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