Dill (Anethum graveolens)

13. Januar 2014
In seiner Jugend ist der Dill wie ein typischer Pubertierender etwas launisch und zickig. Auch zeichnet er sich nicht gerade durch Langlebigkeit aus und hält meist nicht mal ein ganzes Jahr. Doch es lohnt sich trotzdem, sich mit diesem Gewürzkraut auseinanderzusetzen und den Anbau im eigenen Garten mal selbst auszuprobieren. Sobald er sich bei ihnen eingewöhnt hat, wird er sich vermehren und Ihnen so Ihre Mühen danken. Dafür müssen Sie im Herbst nur einige Dolden an den Pflanzen lassen; so sät sich der Dill selbst aus.

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Anbau und Vermehrung – Worauf ist zu achten?

Als regelmäßiges Pflegeprogramm sind Kompostgaben und Bodenlockern extrem wichtig. Denn ein lockerer und durchlässiger Boden ist genau das, was der Dill will. Lassen Sie beim Pflanzen in Reihe einen Reihenabstand von ungefähr 30 cm, nach oben sollte Ihr Dill mindestens einen Meter Freiraum haben. Das Ziehen aus Samen ist beim Dill im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern zu empfehlen, denn vorgezogene Pflanzen haben häufig sogenannte Pfahlwurzeln gebildet, die dann nur noch schlecht mit der Erde verwachsen.
Als Standort wählen Sie am besten ein Plätzchen in der vollen Sonne. Für die Kultivierung in Töpfen ist Dill eher ungeeignet, dafür braucht er einfach zu viel Platz. Bis August sollte am besten regelmäßig alle drei Wochen nachgesät werden, so steht Ihnen frischer Dill bis in den Herbst zur Verfügung.
Kleiner Tipp: Verhindern Sie auf jeden Fall Staunässe, die verträgt Ihr Dill überhaupt nicht!

Ernten und Konservieren – Wann, was und wie am besten?

Solange die Blätter in einem gesunden, frischen Grün leuchten, können diese geerntet werden. Verarbeiten Sie sie anschließend sofort weiter. Als Konservierungs-möglichkeiten bieten sich für Dill das Einfrieren oder Einlegen in Essig an. So erhalten Sie nebenbei einen aromatischen Gewürzessig. Trocknen ist hingegen keine Alternative, denn dabei verliert der Dill sein Aroma. Für die Samen müssen sie noch etwas warten; sie können geerntet werden sobald sie braun sind.

Verwendung – Welche Empfehlungen für die Kräuterküche?

Verwendet werden können beim Dill neben den würzigen Blättern auch die Samen.
Beim Erhitzen in der Küche verlieren die Dillblätter leider sowohl ihre Farbe als auch ihr Aroma, weshalb sie lieber nur in kalten Speisen verwendet oder erst kurz vor dem Servieren dazu gegeben werden sollten. Traditionell findet man knospende Dill-Blüten zusammen mit Gewürzgurken, Zwiebeln, Essig, Salz und ein wenig Zucker eingekocht. Die Fiederblätter passen außerdem hervorragend zu Fischgerichten. Ansonsten ist Dill beliebter Bestandteil von Gurken- und Kartoffelsalaten, Gemüsesuppen und Marinaden.

Anwendung – Welche heilende oder pflegende Wirkung?

Dem Dill wird eine verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt. Das sogenannte Dillwasser wird dafür aus den Samen des Dills hergestellt. Ein Aufguss der Blätter wird bei Magenkrämpfen sowie Verdauungsstörungen empfohlen. Und auch die Früchte haben eine Wirkung. Wenn man sie kaut, soll störender Mundgeruch verschwinden.
Botanisches – Was ist das für eine Pflanze?
Zu erkennen ist Dill an seiner zarten Erscheinung mit den filigranen Blütendolden, die blühend in einem sonnigen Gelb leuchten. Er gehört zur Gruppe der Doldenblütler. Seine Heimat hat der Dill in Vorderasien, heute ist er aber weltweit verbreitet. In Deutschland gehört er sogar zu den bekanntesten und meistangebauten Gewürzkräutern überhaupt.

Sorten – Welche sind empfehlenswert?

Die Dillsorten haben weltweit einige länderspezifische Merkmale, die sie an die jeweilige Region besonders angepasst machen. Einige indische Dillsorten haben zum Beispiel Inhaltsstoffe, die denjenigen aus Europa gänzlich fehlen.
– Vierling: recht standfest; langstielig; blaugrüne Blätterfarbe
– Dukat Dill: aus den USA stammend; markantes Aroma; hoher Ölgehalt
– Herkules: hoher Wuchs; spätblühend; ertragreich; wurde in Deutschland neugezüchtet
– Bouquet: niedrige; kompakte Wuchsform; recht anspruchslos und robust

Wissenswertes – Was gibt es sonst noch zu erfahren?

Bereits die alten Ägypter wussten die Würz- und Heilkräfte des Dills zu schätzen und bauten ihn als Kulturpflanze an. In Griechenland sowie im Rom der Antike wurde Dill ebenfalls als Gewürzpflanze verwendet. Doch um nach Nord- und Mitteleuropa zu gelangen, bedurfte es der Hilfe von Mönchen, die den Dill von Kloster zu Kloster verbreiteten, um ihn dort in ihren Gärten anzubauen.

 

TEXT: Carina Naeve
FOTOS: 123RF