Geschenke aus dem Frühlingsgarten

3. Mai 2017
Schöne und außergewöhnliche Ideen, direkt aus dem Garten! Kreieren Sie doch mal Ihre eigenen Gewürzmischungen. Süß als kandierte Veilchen und Schlehenblüten in Zucker oder salzig mit Sauerampfer – alles ist möglich. Und hübsch verpackt erfreut sich auch noch das Auge.

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Veilchen

Duft-Veilchen edel kandiert

Zutaten:

Frische Duft-Veilchenblüten, etwa ein Schüsselchen voll
1 Eiklar
1 Tasse feinster Kristallzucker

Besonderes Werkzeug:
Handschneebesen
Weicher Malpinsel
Backpapier
Schöne Schachtel

Veilchen vermehren sich schnell im Garten, sodass sie auf ganz besondere Weise konserviert werden können. Sie lassen sich edel kandieren.

So geht’s:

An einem trockenen Vormittag im Frühling, wenn die Duft-Veilchen (Viola odorata) gerade aufgeblüht sind, werden die zarten Blümchen gepflückt. Ein kurzer Stängel sollte an jedem Veilchen bleiben, um es beim Kandieren besser festhalten zu können. Die Blüten müssen absolut trocken und sauber sein. Waschen schadet den filigranen Gebilden und verhindert das Anhaften des Eiklars.

Mit einem Handschneebesen auf einem tiefen Teller das Eiklar aufschlagen. Es darf nicht fest werden, nur leicht schaumig.

Die kleinen Blüten müssen nun mithilfe eines weichen Pinsels mit Eiklar benetzt werden. Das Eiklar dient nur als Kleber für den Zucker, der danach aufgetragen wird.

Je dünner die Eiweißschicht und der Zucker, umso deutlicher bleibt die Blütenstruktur erhalten. Darum wird der Zucker sehr vorsichtig mit einem Teelöffel von allen Seiten auf die Blütchen gestreut.

Zum Trocknen legt man die Blüten auf ein Backblech mit Backpapier. Im Backofen trocknen die Blüten bei 50° C etwa in einer Viertelstunde. Dabei bleibt die Ofentür einen Spalt breit geöffnet.

Die getrockneten Blüten lassen sich bis zu einem Jahr in einer Schachtel aufbewahren. Mit ein paar kandierten Veilchen werden Obstsalate, Gelees, Torten, Pralinen und Süßspeisen garniert und auf diese Weise zu etwas ganz Besonderem.

TIPP:
Herzhaft! Auch Quiche, Pizza, Kräuterbutter oder Frischkäse werden mit dem hübschen Blau von frischen oder getrockneten Veilchenblüten zum Augen- und Gaumenschmaus.

Das ist wirklich wichtig!

Nur an Blütenteilen, die mit Eiklar benetzt sind, haftet der Zucker. Zum Auftragen des Eiweißes haben sich Rotmarderpinsel bewährt. Sie sind weich genug für die zarten Blüten.

Die Blüten müssen gleichmäßig mit Zucker bestreut werden. Hier eignet sich nur ein extrafeiner Zucker. Zur Not gibt man den einfachen Haushaltszucker kurz in den Mixer.

Verpacken lassen sich die kandierten Blüten erst, wenn sie hart getrocknet sind.


Sauerampfer

Schild-Sauerampfer in Salz

Zutaten:

3 Tassen Schild-Sauerampferblättchen
1 Tasse Salz

Besonderes Werkzeug:
Gefäß mit Deckel

Seine Blätter haben die Form eines kleinen Schildes und sind etwas dickfleischig. Sie geben Speisen den besonderen Pfiff. In Salz eingelegt, kann man einen aromatischen Vorrat anlegen.

So geht die Zubereitung:

Für einen kleinen Ampfervorrat werden die Blättchen des Schild-Sauerampfers gepflückt. Die beste Erntezeit ist der späte Vormittag, wenn der Morgentau abgetrocknet ist. Die Blättchen müssen gut trocken sein, um später im Salz nicht zu viel Wasser zu ziehen.

Sorgfältig verlesen, werden die Ampferblätter fein geschnitten und mit dem Salz gut vermischt.

Abschließend füllt man die Mischung in ein Gefäß mit Deckel. Das Gewürz sollte am besten im Kühlschrank aufbewahrt werden, dort hält es einige Monate.

Das Schild-Sauerampfer-Salz eignet sich hervorragend zum Füllen von Fischen oder zum Säuern eines Salatdressings. Es verleiht den Speisen ein besonders erfrischendes Aroma.

TIPP:
Für ein schnelles Pesto werden Rucola-Blätter oder Wildkräuter sowie einige ungesalzene, geröstete Erdnüsse durch den Fleischwolf gedreht und dann mit dem Ampfersalz gewürzt. Mit einem feinen Speiseöl verrührt, passt das Pesto gut zu Spaghetti.


Gaertnerherz


Schlehenblueten

Schlehen-Blüten Zuckersüßer Mandelduft

Zutaten:

2 bis 3 Tassen voll Schlehenblüten
500 g brauner Krümelzucker

Besonderes Werkzeug:
Hübsches Glas

Der Mandelduft der frühen Schlehenblüten lockt im garten die ersten Bienen an. Und es ist ganz einfach, dieses Aroma in einem Würzzucker einzufangen.

So geht die Zubereitung:

Im zeitigen Frühjahr beginnt bereits die Blüte der Schlehe (Prunus spinosa). An einem trockenen Vormittag werden die frisch geöffneten Schlehenblüten geerntet. Sie sollten unbedingt völlig trocken sein, nicht abgeregnet oder vom Tau benetzt. Zucker ist hygroskopisch und wird klumpig, wenn er nass wird. Sehr gründlich muss das Blüteninnere kontrolliert werden, um etwaige Tierchen herauszuschütteln.

So frisch wie möglich schichtet man nun die Blüten ohne Stängel abwechselnd mit dem Zucker in ein Glas. Dabei sollten Zucker und Blüten möglichst wenig vermischt werden, um später beim Süßen keine Blütchen im Getränk oder der Speise zu haben. Werden alle Blüten nur unten in das Glas geschichtet, kann der verbrauchte Zucker mit frischem wieder aufgefüllt werden, solange die Blüten duften.

Der aromatisierte Zucker hält viele Jahre lang. Wer mag, kann nach zwei bis drei Monaten die Blüten vom Zucker trennen. Das geht zum Beispiel mit einem Haushaltssieb.

TIPP:
Das Mandelaroma der Schlehenblüten ist sehr kräftig. Auch ein Blütenlikör mit weißem Kandis, Wodka und einem Sträußchen Waldmeister, über sechs Wochen angesetzt und anschließend abgefiltert, ist ein Hochgenuss.


Das ist wirklich wichtig!

Das Aroma der kleinen Blüten ist sehr zart und flüchtig. Daher werden sie nach der Ernte direkt in den Zucker gegeben.

Bei grobem Zucker werden eher kleine Gefäße befüllt und die Blüten einlagig auf den Boden des Gefäßes gegeben. So können die Blüten aus einer Schicht den gesamten Zucker aromatisieren.

 

FOTOS: ©Rogge & Jankovic Fotografen/Kosmos Verlag

Alle Rezepte und Fotos in diesem Artikel sind aus dem Buch:

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Barbara Krasemann
Geschenke mit Gewürzen aus meinem Garten

ISBN 978-3-440-14105-2
€/D 14,99 / €/A 15,50 / sFr 21,90
Kosmos Verlag, Stuttgart
128 Seiten, Integralband, 118 Farbfotos

Gewürze einfach selber machen? Kein Problem! Im eigenen Garten können viele Pflanzen angebaut werden, die sich leicht zu Gewürzen verarbeiten lassen. Aus Klee, Chili, Tüpfel-Farn oder Nelkenwurzel zum Beispiel lassen sich außergewöhnliche und aromatische Öle, Liköre, Salze und Pasten herstellen. Eine bunte Mischung ungewöhnlicher Rezepte hat Barbara Krasemann in ihrem neuen Buch Geschenke mit Gewürzen aus meinem Garten zusammengestellt. Die genauen Anleitungen und viele Step-by- Step-Fotos zeigen, was bei der Verarbeitung wirklich wichtig ist, und bieten eine Fülle an Inspirationen für eine schöne Verpackung! So werden aus der eigenen Ernte auch gleich liebevolle Geschenke, die Freude machen!