Cool Flowers & Kaltkeimer: Kenne den Unterschied!
Was sind Cool Flowers?
Cool Flowers sind kältetolerante, einjährige Sommerblumen, die sich besonders gut für die frühe Aussaat eignen. Die Samen werden am besten zunächst im Haus oder in einem warmen Gewächshaus vorgezogen, damit sie zuverlässig keimen. Anschließend können die Jungpflanzen kühle Temperaturen zum Weiterwachsen nutzen, was kräftige Pflanzen und eine frühe Blüte fördert. Viele Cool Flowers sind robust und widerstandsfähig gegenüber leichten Frösten im Frühjahr. Typische Sorten sind Rittersporn, Löwenmäulchen, Mohn, Kornblumen und Wicken. Sie lassen sich im Herbst oder zeitigen Frühjahr aussäen, um die Lücke zwischen Frühjahrs- und Sommerblüte zu schließen und frühe Sträuße zu ermöglichen. Besonders robuste Sorten, wie Rittersporn oder Wicken, können bereits im Herbst direkt ins Freiland gesät werden und dort überwintern.
Kurze Aussaatanleitung von Cool Flowers
Vorziehen im Haus
- Zeitpunkt: Herbst oder ab Februar, alternativ ca. 6 Wochen vor dem letzten Frost im Haus oder Gewächshaus aussäen
- Keimtemperatur: 18–22 °C sorgen für eine zuverlässige Keimung; nach dem Auflaufen sollten die Jungpflanzen kühl bei etwa 5–10 °C weiterkultiviert werden.
- Licht: Heller Standort, kein direktes Sonnenlicht während der Keimung
- Pikieren: Sobald die ersten echten Blätter erscheinen, in kleine Töpfe pikieren
Direktsaat draußen
- Geeignete Pflanzen: Kornblumen, Feldrittersporn, Islandmohn, Jungfer im Grünen
- Boden: Lockerer, humoser Boden; Samen leicht andrücken
- Pflege: Regelmäßig feucht halten bis die Pflanzen keimen
Beispiele aus dem Gartenzauber-Sortiment
Knorpelmöhre, Duftwicken, Islandmohn, Kornblume, Levkojen, Löwenmäulchen, Muschelblume, Jungfer im Grünen, Ringelblume, Feldrittersporn, Gartenskabiose, Strahldolde
Was sind Kaltkeimer?
Kaltkeimer sind Pflanzen, deren Samen eine kühle Ruhephase brauchen, bevor sie keimen. Diese Keimruhe, auch Dormanz genannt, schützt die Samen davor, bereits im Herbst auszutreiben und durch Winterfröste zu erfrieren. Meist liegt die Dormanz an keimhemmenden Stoffen im Embryo, vor allem dem Pflanzenhormon Abscisinsäure, das die Keimung blockiert. Erst durch eine Wochen dauernde Kälte wird die Wirkung dieses Hormons abgebaut und die Samen können im Frühjahr austreiben.
Viele unserer einheimischen Stauden gehören zu den Kaltkeimern, aber auch zahlreiche Zier-und Nutzpflanzen im Garten benötigen diese Kältephase. Die Natur erledigt das automatisch: Die Samen überwintern draußen und keimen erst, wenn es wärmer wird. Für die Gartenpraxis gibt es zwei Wege:
1. Direktsaat im Freien: Die Samen im Herbst (Oktober–November) ins Beet oder in ein Aussaatgefäß säen. Den Winter über brauchen sie keine Pflege – sie sind noch in Keimruhe. Ab März erwachen die Samen bei steigenden Temperaturen und beginnen zu keimen.
2. Künstliche Stratifikation: Wer unabhängig von der Jahreszeit aussäen möchte, kann den erforderlichen Kältereiz künstlich erzeugen. Dafür werden die Samen mit etwa 2–3 Esslöffeln feuchtem Spielsand oder sandreicher Anzuchterde vermischt, in einen Beutel oder ein Gefäß gegeben und für 4 bis 8 Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert. Die feuchte Kälte baut die Keimhemmung ab, sodass die Samen anschließend bei etwa 20 °C hell und warm aufgestellt zuverlässig keimen.
Tipp: Kaltkeimer benötigen je nach Art Temperaturen zwischen -4 °C und +4 °C und eine Stratifizierungsdauer von 3–12 Wochen. Wer diese Bedingungen beachtet, wird im Frühjahr mit kräftigen Pflanzen belohnt, die früh blühen und den Garten bunter machen.
Ausgewählte Staudensaat inklusive praktischer Aussaatempfehlungen findet ihr hier.
Text: Gartenzauber












