Herzgespann (Leonurus japonicus) — Grafische Blütenstände für strukturreiche Sommerbeete
Das Herzgespann (Leonurus japonicus) ist eine außergewöhnliche Erscheinung im Garten. Mit seinen aufrechten, klar gegliederten Blütenständen und den ringförmig angeordneten, lippenförmigen Blüten bringt es eine fast architektonische Struktur in Beete und Pflanzungen. Die dicht entlang der Stängel sitzenden Blüten zeigen sich in sanften Rosa- bis Lilatönen und verleihen dem hohen, schlanken Wuchs eine überraschend zarte Note. So wirkt das Herzgespann zugleich kraftvoll und fein und bringt Struktur und Bewegung in sommerliche Gartenbilder.
Besonders in naturnahen und strukturbetonten Pflanzungen entfaltet Leonurus japonicus seine Wirkung. Zwischen Stauden mit weicherem Wuchs setzt es klare vertikale Akzente, ohne dominant zu wirken, und erweist sich zugleich als wertvolle Bienenpflanze.
Herkunft und botanisches Porträt
Das Herzgespann (Leonurus japonicus) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und stammt ursprünglich aus Ostasien. Charakteristisch sind die aufrechten, stabilen Stängel, die mit quirlförmig angeordneten Blüten besetzt sind. Die Blätter sind tief gelappt bis herzförmig und geben der Pflanze ihren deutschen Namen.
Je nach Standort erreicht Leonurus japonicus Wuchshöhen von etwa 100 bis 120 cm und wächst straff aufrecht. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis in den Herbst hinein. Auch nach dem Abblühen bleibt die Pflanze mit ihren markanten Samenständen strukturwirksam und prägt das Beet bis weit in den Spätsommer.
Standort und Boden
Das Herzgespann bevorzugt einen sonnigen Standort mit durchlässigem, mäßig humusreichem und frischem Boden. Staunässe sollte vermieden werden, gleichmäßige Bodenfeuchte unterstützt jedoch ein gesundes Wachstum. An passenden Standorten zeigt sich die Pflanze robust und standfest.
Aussaat und Pflege
Die Aussaat von Leonurus japonicus erfolgt ab März oder April in Anzuchtschalen unter Glas oder ab April direkt ins Freiland. Die Samen werden nur dünn mit Erde bedeckt. Während der Keimphase sollte das Substrat gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne auszutrocknen. Nach der Keimung entwickeln sich kräftige Jungpflanzen, die sich im Beet gut etablieren.
Im Garten zeigt sich das Herzgespann pflegeleicht. Regelmäßiges Gießen ist vor allem in Trockenperioden sinnvoll, gedüngt wird maßvoll. Nach der Blüte können die verblühten Blütenstände entfernt werden, um den Neuaustrieb zu fördern. Ein besonderer Winterschutz ist in der Regel nicht notwendig.
Motherwort - Leonorus japonicus
Motherwort, with its characteristic heart-shaped leaves and towering inflorescences, is a fascinating plant. The delicate, lip-shaped flowers sit in dense, upright spikes, lending bouquets an unusual texture and structure. The color palette ranges from soft pink to a calming purple, creating a subtle, romantic nuance. It's a favorite of bees in flowerbeds.
Details:
Sowing indoors/greenhouse: March to April
Sowing outdoors: April to May
Germination time: 14-21 days at 20°C
Sowing depth: Cover with a maximum of 0.5 cm of soil
Height: 120 cm
Planting distance: 30 cm
Flower size: >5 cm
Flowering time: July to October
Soil: permeable, moderately humus-rich, fresh
Fertilization: organic fertilizer, slow-release fertilizer
Location: Sun
Water consumption: medium
Growing tips:
After sowing, the soil should always be kept slightly moist; it should never be allowed to dry out. Outdoors, choose a sunny location with well-drained soil and compost enrichment. After flowering, remove the old flower heads to encourage new growth. No special protection is necessary during the winter.
Use:
cut flower
Insect food
Bag contents:
approx. 150 seeds
Store in a cool, dry place.
Herzgespann als Insektenpflanze
Die Blüten des Herzgespanns sind reich an Nektar und ziehen zahlreiche Bienen und andere Bestäuber an. Damit ist Leonurus japonicus eine wertvolle Ergänzung für naturnahe und insektenfreundliche Gärten.
Verwendung im Garten und als Schnittblume
Mit seinem aufrechten Wuchs ist das Herzgespann (Leonurus japonicus) eine klassische Strukturpflanze, die im Garten vor allem vom Kontrast lebt. Besonders wirkungsvoll zeigt es sich in Staudenbeeten, Präriepflanzungen und naturnahen Gartenbildern, wo seine klare Vertikale auf weichere, luftiger wachsende Partner trifft. Sommerblumen wie die Gartenskabiose mit ihren schwebenden Blütenkugeln, Cosmeen oder die zart durchlässige Jungfer im Grünen nehmen dem Herzgespann nichts von seiner Präsenz, sondern unterstreichen seine grafische Wirkung und bringen Bewegung ins Pflanzbild. Auch das Hohe Eisenkraut oder einjähriger Rittersporn greifen die Vertikale auf, bleiben dabei jedoch leicht und transparent.
Unter den Stauden eignen sich vor allem ruhige, flächige oder locker texturierte Pflanzen als Begleiter. Storchschnäbel wie Geranium pratense oder G. pyrenaicum bilden mit ihrem weichen Wuchs einen harmonischen Gegenpol, während Schafgarbe mit ihren klaren Blütentellern oder die Kugeldistel spannende formale Kontraste setzen. Im Vordergrund sorgen Pflanzen mit ruhiger Blattwirkung, etwa der Frauenmantel, für einen weichen Übergang.
Gräser wie Zittergras, Federgras oder Lampenputzergras geben dem Gesamtbild zusätzlich Rhythmus und Leichtigkeit, ohne dem Herzgespann Konkurrenz zu machen. Am schönsten wirkt die Pflanze, wenn sie nicht zu dicht, sondern in kleinen Gruppen von drei bis fünf Exemplaren gesetzt wird und von mindestens einer weich blühenden Art sowie einer ruhigen Blatt- oder Grasfläche begleitet wird.
Auch als Schnittblume überzeugt das Herzgespann mit seiner ungewöhnlichen Textur und seiner klaren, grafischen Linie und bringt Struktur und Ruhe in sommerliche Sträuße.
Text: Gartenzauber












