1 x 1 der Beetgestaltung

11. August 2017
Wer träumt nicht von gelungenen Staudenrabatten? Ausdrucksstarke oder harmonische Pflanzenbilder sind keine Zufallserscheinungen. Meist liegt einem „Border“ – wie die Engländer ihre Blumenrabatten nennen – eine gute Planung zugrunde. Mit ein paar grundsätzlichen Gestaltungsregeln, mit denen auch die Profis der Gartenbranche arbeiten, lässt sich der Traum von einem perfekten Staudenbeet verwirklichen.

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Das Beet zu Papier bringen

Wenn Sie ein neues Beet planen oder ein bestehendes komplett neu bepflanzen möchten, nehmen Sie sich die Zeit und erstellen einen Pflanzplan. Gute Helfer und Inspirationsquellen bei der Planung sind Gartenbücher und Zeitschriften, Ausrisse von Beetideen und Blütenporträts. Für die Erstellung eines Pflanzplanes bringt man zunächst die groben Umrisse des Beetes zu Papier und zeichnet dann die einzelnen Pflanzengruppen in unterschiedlich großen Kreisen und ovalen Formen ein. Variieren Sie ruhig auch mal den Pflanzplan, indem Sie den Pflanzengruppen andere Formen verleihen. Wie zum Beispiel eine Kombination aus eher länglichen, bänderartigen Formationen (Drifts), die diagonal verlaufen; das verleiht Beeten eine räumliche Tiefe und bringt Dynamik ins Spiel. Oder Sie integrieren bewusst an bestimmten Stellen mehrere kreisförmige Dreiergruppen. Wer es eher formal mag, arbeitet mit ganz klaren geometrischen Formen wie etwa in Quadraten um eine zentrale Mitte. Gleiche Stauden erhalten die gleiche Farbe, so bekommt man gleichzeitig ein Gefühl für eine gelungene Farbzusammenstellung. Mit solchen sogenannten „Colour-Schemes“ hat Gertrude Jekyll, die Grande Dame der Gartengestaltung, schon gearbeitet. Nur Mut, zeichnen Sie munter drauf los, Papier ist geduldig!

 

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Ein Pflanzplan entsteht. Alles, was man dafür braucht: ein paar Blatt Papier, bunte Stifte, gute Nachschlagewerke und Fräulein Smillas Gespür für Pflanzen.

 

Den Plan in die Tat umsetzen

Mit einem fertigen Pflanzplan bekommt man nicht nur eine gute Vorstellung, wie das Beet aussehen könnte, es lässt sich auch besser im Garten vor Ort umsetzen. Voraussetzung für die spätere Blumenpracht ist natürlich – unabhängig von den gestalterischen Ideen – ein perfekt vorbereiteter Boden. Das bedeutet: Weg mit dem Unkraut und groben Steinen; willkommen ist eine feinkrümelige Erde, in die Nährstoffe in Form von Kompost gleichmäßig eingearbeitet ist und eine schön glatte Oberfläche.

Tipp: Markieren Sie mit hellem Sand oder mit Seilen die Kreise und Drifts, die eine Pflanzengruppe oder eine bestimmte Sorte laut Plan vorsieht. Sind alle Bereiche übertragen, werden die Jungpflanzen samt Topf auf die Flächen verteilt. Dann sieht man auch, ob die Abstände zueinander stimmen und kann diese noch locker korrigieren. Kalkulieren Sie die ungefähre Endgröße der Pflanzen ein. Pro Quadratmeter und je nach Geduld und Topfgröße benötigt man circa 7-9 Pflanzen. Stauden einer Art und Sorte kann man ruhig dichter setzen, sie wachsen dann schneller zu einer schönen Gruppe zusammen. Der Abstand zu einer einzelnen großen Prachtstaude wie einem Rittersporn oder Wasserdost darf allerdings gerne 30 cm betragen.

Tipp: In die Lücken, die die Stauden erst in 2-3 Jahren ausfüllen werden, kann man zur Überbrückung Sommerblumen säen oder auch mal einen bepflanzten Topf stellen.

 

Alle guten Dinge sind drei

Man unterscheidet bei der Beetgestaltung drei verschiedene Pflanzentypen, die jeweils eine unterschiedliche Rolle spielen und doch wichtig im Zusammenspiel für die Gesamtkomposition sind.

1. Leitpflanzen
Dazu zählen in der Regel große Prachtstauden. Da sie das Gesamtbild entscheidend prägen, sollte man mit ihnen bei der Beetplanung beginnen. Wie stark ihre Dominanz in Farbe und Form letztendlich wird, liegt an ihrer Platzierung und der Anzahl. Wird Rittersporn in einer Dreiergruppe zentral zum Blickpunkt und alle anderen Pflanzen ordnen sich ihm unter, erfüllt er par excellence die Funktion einer Leitpflanze. Diese sollte man gezielt einsetzen, damit sie ihre Wirkung nicht verfehlen. Typische Leitpflanzen sind andere Großstauden wie Astern, Wasserdost, Blutweiderich, Veronica-Ehrenpreis, Geißbart, Astilben, Fackellilie, Gräser, Phlox u.v.m.

 

2. Begleitpflanzen – Begleiter für die goldene Mitte
Sie stellen die vielseitige Gruppe der mittelhohen bis niedrigen Stauden, die die mittlere Etage in der Rabatte bilden. Sie sollten in Farbe und Form auf die Leitpflanzen abgestimmt sein. Solche Begleitpflanzen werden in größerer Zahl gepflanzt. Dazu zählen zum Beispiel Mädchenauge, Margerite, Taglilien, Fetthenne, Salbei, Sonnenhut oder Schafgarbe.

 

3. Füllpflanzen – die stets willkommenen Lückenfüllern
Sie schließen die noch vorhandenen Lücken im Beet. Meist sind es Boden
decker oder niedrige Stauden mit reichlich Blüten oder einem dekorativen Blattwerk. Dazu gehören viele Pflanzen wie etwa niedriges Schleierkraut, Katzenminze, Bergenien, Frauenmantel, Storchschnabel oder Elfenblume, die in größeren Stückzahlen gepflanzt werden. Sie sind besonders für den Beetvordergrund wichtig. Gute Füllpflanzen sind auch Sommerblumen!

Wichtig: Begleit- und Füllpflanzen sollten aufeinander abgestimmt sein, sowohl farblich als auch von den Blütenformen. Je weniger Farben, desto mehr stehen sollten sich die Formen abwechseln zwischen kerzenförmig, kugelig, tellerförmig oder filigran rispenartig.

 

Hoch-Tief perfekt gestaffelt
Mit diesen drei Pflanzengruppen bekommt man auch eine ausgewogene Höhenstaffelung hin. Die hohen Pflanzen bilden im Hintergrund die Kulisse. Mittelhohe Arten finden davor und dazwischen ihren Platz. Und die niedrigen Stauden bilden im Vordergrund den krönenden Abschluss. Beherzigt man diese Grundstaffelung, kann nichts schiefgehen – weder im Plan noch im Beet.

TEXT: Martina Raabe
FOTOS: Botanikfoto (10), Fotolia (2), iStockphoto (4)
ILLUSTRATION: Picture Press/Flora/Sylvia Bespaluk

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