Laufenten – Der amüsante Schneckenschreck im Garten

22. August 2014
Sie sind klein, sie sind schnell und sie haben einen oft kecken Gesichtsausdruck: Laufenten bereichern jeden Garten und werden ihrem Besitzer das ein oder andere Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Denn nicht nur die schnittige Laufart, sondern auch ihre praktische Eigenschaft, sämtliche Schnecken im Garten zu vernichten, sind für den tierfreundlichen Gärtner ein Grund zur Freude.

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Große Familie - Laufenten legen bis zu 150 Eier pro Jahr.

In der Gruppe fühlen sich die flotten Schneckenvernichter am wohlsten.

Laufenten sind Wasservögel. Ohne das kühle Nass geht es nicht!

Schnecken, Würmer aber auch "Grünzeug" erfreuen die schnellen Enten.

Immer in Eile und auf der Jagd nach einem Schnecken-Snack.

 

Allgemeines über die Laufenten:

Der schnelle, watschelige Gang und ihr aufgewecktes Temperament sind charakteristisch für die hoch aufgerichtete Ente. Als Fluchttier muss sie ja auch ständig wach und aufmerksam sein. Durch ihre angewachsenen Flügel sind Laufenten praktisch flugunfähig, was sie aber zu besonders guten Läufern macht. Ob Wildfarbig, Gelb, Weiß, Braun oder Blau: die lustigen, schlanken Flitzer gibt es mit vielen unterschiedlichen Gefiederfarben.

Außerdem haben sie eine Vorliebe für Schnecken und Würmer. Dies ist äußerst praktisch bei der alljährlichen Schneckenplage im Sommer. Bevor chemische Vernichtungsmittel eingesetzt werden, sind Laufenten als natürliche Fressfeinde eine weitaus sanftere Methode, die ungeliebten Schnecken loszuwerden. Mit 150 Eiern pro Jahr zählen sie zudem zu den Vögeln mit großer Legemenge. Die Eier sollten jedoch mindestens acht Minuten gekocht werden.

Über ihre Herkunft lässt sich folgendes sagen: Die Laufenten stammen von der Stockente ab und werden auch „Indische Laufente“ genannt. Nach heutigen Kenntnissen kamen sie um 1850 von Südostasien nach Europa und wurden dann hauptsächlich auf den britischen Inseln gezüchtet.

 

Wichtiges zur Haltung:

Laufente
Bevor man sich die lebhaften Vögel in seinen Garten holt, sollte man einige Aspekte berücksichtigen. Wie der Name schon sagt, sind die Tiere sehr lauffreudig und sollten pro Paar eine Fläche um die 500 qm zur Verfügung haben. Besonders freuen sie sich über Büsche oder Bäume, unter denen sie Zuflucht suchen können. Das Grundstück sollte von einem ausreichend hohen und dichten Zaun umgeben sein, damit es nicht zu ungewollten Fluchtversuchen oder Überfällen durch Räuber kommt.

Ein Stall für die Nacht ist auf jeden Fall notwendig, um die Enten gegen Kälte oder vor Fressfeinden wie Marder oder Fuchs zu schützen.
Hierbei reicht eine Stallfläche von einem bis zwei Quadratmetern pro Entenpaar. Das Heim sollte zudem Wind- und Regendicht sein und mit weichem Einstreu wie Stroh, Sägespänen oder Heu ausgelegt werden. Eine clevere Bauweise wie z.B. herausnehmbare Wände erleichtern das regelmäßige Säubern des Laufentenstalls.

Ein weiterer wichtiger und vielleicht überraschender Punkt: auch Laufenten sind Wasservögel und lieben es, in freien Gewässern zu schwimmen! Am besten ist hierfür natürlich ein Teich in dem sie planschen, schwimmen und sich waschen können. Außerdem brauchen Laufenten immer genug Wasser, um sich an den Schnecken nicht zu verschlucken. Falls ein Teich aus Kosten- oder Sicherheitsgründen in ihrem Garten nicht möglich ist, können Sie den Enten alternativ auch etwas Ähnliches wie z.B. ein Kinderplanschbecken zur Verfügung stellen. Auch hier gilt: je größer, desto besser. Ihre flotten Schneckenvernichter werden es ihnen danken!

Nahrungstechnisch haben die Laufenten natürlich eine Vorliebe für Schnecken, doch auch Salatreste und Grünzeug erfreuen die flotten Enten. Fertig gemixtes Futter wie „Körnermischfutter für Geflügel“ aus dem Tierhandel ist eine ideale Ergänzung des Speiseplans, vor allem im Winter.

Einsam und isoliert fühlen sich Laufenten nicht wohl. Aus diesem Grund sollte man immer mindestens ein Paar anschaffen, besser noch eine kleine Gruppe, um den Vögeln ein glückliches Dasein in ihrem Garten zu garantieren.

 

Laufentenkauf: Was kostet der Spaß?

Ist es soweit und der Kauf ist beschlossen, sollte man noch an einige Dinge denken. Zum Einen sollten keine Küken gekauft werden, welche jünger als acht Wochen sind, da erst zu diesem Zeitpunkt das Geschlecht zu erkennen ist. Außerdem sollte der Kauf von Geschwisterpaaren vermieden werden, da sonst die Gefahr von Inzucht besteht.
Am besten schaffen Sie sich die schnellrennenden Enten im Herbst an. Wichtig ist auch, sich über die Herkunft der Tiere genau zu informieren, sowie über nötige Impfungen und Wurmkuren. Die Preise liegen für reinrassige und beringte Enten ungefähr bei fünf Euro pro Küken, 15 Euro für einjährige Erpel und 20 Euro für einjährige Enten.

 

Neuer Trend: Laufenten mieten oder „Rent-an-ent“

LaufentenDas ursprünglich aus Österreich stammende Projekt hat sich seit ein paar Jahren auch vermehrt in Deutschland etabliert. Die Idee ist einfach: Laufenten werden nur für einen kurzen Zeitraum für den eigenen Garten „gemietet“ und danach von ihrem Eigentümer wieder abgeholt. Dieses Konzept bietet sich vor allem für diejenigen an, die Laufenten nicht dauerhaft im Garten halten wollen, aber ihren Garten auf ökologische Weise schneckenfrei halten und gleichzeitig düngen möchten.

Wer die flotten Laufenten mieten will, muss sich nur einen Bauern oder Züchter suchen, der seine Enten für diesen Zweck zur Verfügung stellt. Auch der Garten sollte gewisse Voraussetzungen erfüllen, wie eine gute Umzäunung, ein Entenhaus und ein Wasserbecken. Falls diese Dinge nicht vorhanden sind, sollte man die Enten nur tageweise mieten. Doch schon zwei bis drei Tage in Folge genügen, um den Garten für mehrere Wochen schneckenfrei zu machen. Zahlreiche Züchter und Bauern bieten diese Art des Enten-Services schon ab 25 Euro für ein paar Tage an.

 

Nun bleibt Ihnen die Wahl: langfristige Laufentenhaltung oder die kurzweilige „Rent-an-ent“-Methode; beide Varianten garantieren einen schneckenfreien Garten auf natürlichem Wege. Dazu erhalten Sie außerdem ein paar aufgeweckte Gefährten, die durch ihren fröhlichen Charakter ein Gewinn für jedes grüne Heim sind.

 

 

TEXT: Merle Hildebrandt
FOTOS: Fotolia (5), iStock (2)

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